Der Pfotischist

Der Pfotischist

Ich küsse ihre Pfot’, Monsieur ...
denn nichts auf der Welt
ist weicher und zarter
als ihre Pfot’, Monsieur.

Im Unterschied
zum noblen Handkuss,
der den Lippen
die Berührung der Hand versagt,
ist der Pfotenkuss verpflichtet,
die Lippen dicht über das
samtene Fell zu führen
und mit Wohlgenuss
den Duft der Pfote zu inhalieren.

Erweckt von dieser
sinnlichen Geste
streckt sich der bepfotete Arm
ins Unendliche
und lockt die Küsse
entlang dem Rist
den weitgespreizten
Ballen entgegen.
Seidenweich
die sanften Hügel,
flaumbedeckt
die kuschligen Kuhlen,
stolz gestreckt und messerscharf
die sanft gebogene Krallenkrone.

Leicht benommen, hypnotisiert,
in Hingabe endlos verletzlich
genieße ich die Lust
des Ausgeliefertseins
an die Launen
deiner tierischen Willkür.

Danke, Monsieur,
für deine Gnade,
in deiner Pfote
Erfüllung zu finden,
denn was ist adretter
als die Tatze
einer stolzen, herrlichen,
männlichen Katze.